Eigentlich wollten wir Ston erst später anschauen.
Die Vernunft sprach dafür. Auf dem Weg von Korčula nach Dubrovnik liegt der kleine Ort direkt an der Strecke. Auf der Hinfahrt bedeutet er einen kleinen Umweg.
Trotzdem entschieden wir uns anders.
Wir kannten uns gut genug.
Je näher wir Dubrovnik gekommen wären, desto größer wäre die Versuchung gewesen, einfach weiterzufahren. Noch eine Stunde. Noch ein Ort. Dann die große Ikone dieser Reise.
Ston hätte dabei leicht verlieren können. Zum Glück tat es das nicht.
Mehr als ein kurzer Halt
Schon nach den ersten Minuten merkten wir, dass wir den Ort unterschätzt hatten.
Da war diese beeindruckende Mauer, die sich über die Hügel zieht und Ston mit Mali Ston verbindet. Da war die kleine Altstadt mit ihren stillen Gassen. Die historischen Salinen, in denen bis heute Meersalz gewonnen wird. Und natürlich die Austern, für die die Bucht weit über Kroatien hinaus bekannt ist.
Geschmacklich werden wir wahrscheinlich keine großen Austernfans mehr. Aber wir lernten etwas über ihre Zucht. Und plötzlich sahen wir auf der weiteren Reise überall die schwimmenden Gestelle in den Buchten und wussten, worauf wir eigentlich blickten.
Auch das gehört zum Reisen.
Manchmal verändert ein kurzer Halt den Blick auf das, was danach kommt.
Die Reise zwischen den Zielen
Rückblickend war Ston viel mehr als ein Zwischenstopp. Und genau das war einer der Gründe, warum uns dieser Roadtrip so lange im Gedächtnis bleiben wird.
Kein Tag bestand nur aus Autofahren.
Zwischen den großen Zielen lagen immer wieder Orte, die wir ursprünglich kaum auf dem Schirm hatten. Rastoke. Krka. Šibenik. Blagaj. Kravica. Piran. Jeder für sich vielleicht kein Grund für eine eigene Reise. Zusammen aber machten sie die Tage voller, abwechslungsreicher und oft überraschender.
Die großen Ziele hat man schon vor der Abfahrt im Kopf. Aber der Weg birgt viele Entdeckungen. Zusammen ergeben sie eine Reise.
